Agenda Forst und Holz in Bayern 2030

    Zukunft braucht Ideen und Visionen, dauerhafter Erfolg braucht Ziele und Maßnahmen. Eine Schlüsselaufgabe der Clusterstudie 2015 war es daher, den regelmäßig ablaufenden Agendaprozess für die Branchen des Clusters vertiefend aufzugreifen und daraus eine zusammenfassende Agenda für die gesamte Branche zu formulieren. Diskutiert und abgestimmt wurde diese Agenda Forst und Holz in Bayern 2030 mit dem Clusterbeirat, in dem Spitzenvertreter die Forst und Holzwirtschaft, Handwerk, Industrie, Wissenschaft und Verwaltung repräsentieren. 
     
    Die Agenda Forst und Holz in Bayern 2030
    stützt sich auf vier Betrachtungsebenen:
    Vision, Agendaziel, Handlungsfeld und Handlungsziel
     
    Vision
    Auf Basis der nachhaltigen Nutzung des Rohstoffes Holz nimmt Bayern bezüglich Waldbewirtschaftung, Technik, Holzverwendung und Innovation eine Spitzenstellung in der europäischen Forst- und Holzwirtschaft ein.
     
    Der Cluster Forst und Holz leistet insbesondere im ländlichen Raum einen wichtigen Beitrag für Wirtschaftskraft, Beschäftigung und Ausbildung. Das Miteinander in der Branche ist konstruktiv und geprägt von einer Bildungsund Innovationskultur. Die Cluster-Initiative mit dem Marketingbündnis proHolz ist „die Dachmarke“ sowie der „Anker“ für die Branche, Wissenschaft und Politik in Bayern und führend im deutschsprachigen Raum. Das Kernthema stellt „Bauen mit Holz“ auf Basis einer „nachhaltigen und aktiven Waldbewirtschaftung“ dar. Die Imagearbeit, die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und der Wissenstransfer sind die zentralen Handlungsfelder.
     
    Agendaziele

    Für diese Vision wurden konkrete Agendaziele für die Kategorien Umsatz, Beschäftigung, Klimaschutzbeitrag und Ressourceneffizienz mit jeweils eindeutig messbaren Kennzahlen definiert und retrospektiv die aktuellen Zustands- und Wachstumswerte im Cluster Forst, Holz und Papier in Bayern ermittelt. Auf die Angabe von konkreten Wachstumszielen wurde bewusst verzichtet.

    Unter Bezugnahme auf die Entwicklung im Rückblick sollen Umsatz und Klimaschutzbeitrag weiter steigen. Die Rohstoffeffizienz – rückblickend kaum verändert – sollte verbessert werden. Das leichte Absinken der Beschäftigungszahlen zeigt, dass Umsatzzuwachs nicht zwingend mit höherer Beschäftigung einhergeht. Hier sind Produktivitätssteigerungen durch technische und organisatorische Innovationen ein wichtiger Faktor.

     

    Agendaziele

    Wir wollen…

    Kennzahl

    Aktueller Wert

    2012 bzw. 2013*

    Veränderung

    2005 – 2012 bzw. 20005 -2013*

    gesamt pro Jahr
    … gemeinsam, qualitativ und innovativ weiter wachsen, Umsatz und Wertschöpfung erhöhen.

    Umsatz

    im Cluster

    37 Mrd. Euro* +8,3 Mrd. Euro* + 3,3 %
    … ein wichtiger Arbeitgeber bleiben, insbesondere im ländlichen Raum.

    Erwerbstätige

    im Cluster

    196.000* -6.000* -0,4 %*
    … den positiven Beitrag des Clusters Forst und Holz zum Klimaschutz weiter steigern.

    CO2-Speicherung und Substitution

    (im Vergleich zu den gesamten bayerischen CO2-Emissionen)

    18,1 Mio. t CO2

    23 %

    +3,2 Mio, t CO2 +2,8 %

    … den nachwachsenden Rohstoff Holz optimal nutzen und die

    Rohstoffeffizienz verbessern.

    Wertschöpfungsbezogene

    Holzrohstoffproduktivität

    (ohne Druck/Verlage)

    320 Euro pro m3 -8 Euro pro m3 -0,4 %

     

     Handlungsfeld Handlungsziel
     

    1.Rohstoff

    Rohstoffsicherung und effiziente Holznutzung

     

    1. Waldbesitzer aktivieren

    Die Bundeswaldinventur 2012 hat gezeigt, dass ungenutzte Holzvorräte insbesondere im (Klein-)Privatwald vorhanden sind. Gleichzeitig besteht die Befürchtung, dass Pflege und Nutzung im Privatwald (weiter) zurückgehen (urbane Waldbesitzer bzw. nachlassende Bereitschaft zur Holznutzung im bäuerlichen Waldbesitz). Es sind Maßnahmen notwendig, um diese Waldbesitzer zu aktivieren (Beispiel Clusterprojekt „mein Wald“).

    2. Laubholz in Wert setzen und optimal nutzen

    Im Zuge des Waldumbaus fällt verstärkt Laubholz an. Es besteht die Notwendigkeit, dieses Laubholz optimal ein-zusetzen und Möglichkeiten für eine verstärkte stoffliche Nutzung zu entwickeln.

    3. Nadelholzversorgung sichern

    Im Zuge des Waldumbaus nimmt das Aufkommen an Nadelholz ab. Diese Abnahme könnte zumindest teilweise durch Nadelholzimporte und durch die vermehrte stoffliche Verwendung von bislang vor allem im Kleinprivatwald für den eigenen Brennholzbedarf genutztem Nadelholz kompensiert werden. Zudem sollten beim Waldumbau vermehrt klimaangepasste produktive Nadelbaumarten beteiligt werden.

    4. Holz als Energieträger effizient nutzen

    Zahlreiche Prozesse (Stromerzeugung ohne Wärmenutzung, Scheitholzverbrennung in Einzelfeuerstätten mit schlechten Wirkungsgraden etc.) bieten Ansatzpunkte für Effizienzverbesserungen.

     

    2. Unternehmen

    Innovation und Produktivität

     

    5. Prozesse verbessern – Effizienz/Produktivität erhöhen (F+E)

    Die Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft in Bayern haben Potenziale, Effizienz und Produktivität durch innovative Prozesse (weiter) zu steigern, z.B. verbesserte Effizienz der Wertschöpfungsketten. Maßnahmen können auf der Ebene der einzelnen Unternehmen, im Verbund oder im gesamten Cluster ansetzen.

    6. Neue und innovative Produkte und Dienstleistungen entwickeln und vermarkten – bestehende Produkte weiter verbessern (F+E)

    Neue bzw. weiterentwickelte Produkte haben es der Holzwirtschaft bzw. dem Holzbau erlaubt, neue Märkte zu erschließen (z.B. Brettsperrholz, holzbasierte Dämmplatten). Die Entwicklung neuer Produkte, aber auch neuer Dienstleistungen ist weiterhin notwendig, um die Wettbewerbsfähigkeit der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft zu erhalten und zu steigern.

    7. Fachkräfte gewinnen und binden – dem demografischen Wandel und Nachwuchsmangel begegnen

    Das Thema Nachwuchs- bzw. Fachkräftemangel ist aufgrund des demografischen Wandels für viele branchenweit ein wichtiges Thema; für das Holzhandwerk ist es das Topthema. Einerseits können Maßnahmen ergriffen werden, um die Arbeitsfähigkeit des vorhandenen Personals bis zum normalen Rentenalter zu erhalten. Andererseits können die noch vorhandenen Potenziale stärker genutzt werden, d. h. mehr Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund für die Berufe qualifizieren und mehr Teilzeitstellen anbieten.

    8. Fairen Wettbewerb garantieren

    Die Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft sind einem hohen Wettbewerb ausgesetzt, der von den Unternehmen auch als Kennzeichen der Marktwirtschaft akzeptiert wird. Staatliche Eingriffe in die Marktwirtschaft (z.B. durch marktverzerrende Subventionen), die den Wettbewerb verzerren, sollen vermieden werden.

     

    3. Markt

    Markterschließung, Absatzförderung und Öffentlichkeitsarbeit

     

    9. Ein wald- und holznutzungsfreundliches Bewusstsein in der Gesellschaft schaffen

    Die zunehmende Urbanisierung birgt die Gefahr, dass der Wald gesellschaftlich wesentlich stärker auf seine Naturschutzfunktionen bzw. Erholungsfunktionen reduziert wird und die Holznutzung als nachrangig betrachtet wird. Maßnahmen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen, sind u.a. im Bereich von proHolz Bayern als Marketingorganisation der bayerischen Forst- und Holzwirtschaft angesiedelt.

    10. Die Vorteile von Holz als Bau- und Werkstoff kommunizieren

    Die Vorteile, die Holz als Baustoff oder Werkstoff bietet, sind bei den Konsumenten oftmals wenig bekannt.Dies ist ein marktseitiges Hemmnis für einen verstärkten Holzeinsatz.

    11.Holz als den klimafreundlichen Bau- und Werkstoff etablieren

    Forst- und Holzwirtschaft erbringen einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Aus Sicht zahlreicher Branchenvertreter sollten diese Vorteile in der Kommunikation des Clusters Forst und Holz inklusive proHolz Bayern eine zentrale Rolle einnehmen.

    12. Hemmnisse für den Einsatz von Holz überwinden und abbauen

    Der moderne Holzbau hat seine Leistungsfähigkeit in den letzten Jahren unter Beweis gestellt. Es gibt jedoch Hemmnisse für das Bauen mit Holz, die eine stärkere Anwendung von Holz im Bauwesen verhindern (z.B. bestehende Landesbauordnung in Bayern). Das Handlungsprogramm Holzbau Bayern 2020 setzt an diesem Punkt an und entwickelt Maßnahmen, die Hemmnisse zu überwinden.

    13. Holz als wichtiges Thema in Aus- und Weiterbildung etablieren

    Außerhalb der forst- und holzwirtschaftlichen sowie holztechnischen Ausbildung ist die Anwendung von Holz oftmals nicht oder nur in geringem Maße präsent; dies wird als großes Hemmnis für den Holzeinsatz im Bauwesen gesehen.

     

    4. Netzwerk

    Netzwerk- und Clusterbildung

     

    14. Innovations- und Technologietransfer insbesondere in KMU „organisieren“ – ein Brancheninnovationsmanagement etablieren

    Die Forst- und Holzwirtschaft ist durch kleine und mittlere Unternehmen geprägt. Diese Struktur macht die Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft flexibel, jedoch ist für die Unternehmen der Transfer von Innovationen oftmals schwierig.

    15. Informations- und Austauschplattformen für die Branche einrichten, weiterentwickeln und pflegen

    Ein Teil des Innovations- und Technologietransfers ist der Aufbau und die Weiterentwicklung einer Informations- und Austauschplattform; eine Grundlage für eine Weiterentwicklung bietet z.B. die Datenbank „Forschungskompass“ der Cluster-Initiative Forst und Holz.

    16. Regionale Netzwerke stärken

    Die regionalen Netzwerke organisieren das Netzwerkmanagement des Clusters Forst und Holz in den Regionen. Es wäre notwendig, für die regionale Netzwerkarbeit eine ausreichende Finanzierung für einen längeren Zeitraum sicherzustellen.

    17. Innovative Vernetzung mit anderen Branchen

    In der Zusammenarbeit mit anderen Branchen kann die Forst- und Holzwirtschaft neue innovative Produkte (z.B. Verbundwerkstoffe) und Dienstleistungen oder strategische Partnerschaften entwickeln

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