Interview mit Helfried Müller von UPM

    Helfried Müller, Director, CEWS bei UPMHelfried Müller ist seit Januar 2014 für den zentraleuropäischen Holzeinkauf bei UPM verantwortlich. Der Diplom-Forstwirt ist bereits seit über 25 Jahren im Unternehmen beschäftigt. Schon vor seiner Ernennung war er in Augsburg in der Holzbeschaffung tätig und leitete dort das Aufgabenfeld des Rundholzeinkaufs. Holzbeschaffung für die Papierindustrie war dementsprechend das Thema im Interview mit Dr. Jürgen Bauer.

    Helfried Müller ist seit Januar 2014 für den zentraleuropäischen Holzeinkauf bei UPM verantwortlich. Der Diplom-Forstwirt ist bereits seit über 25 Jahren im Unternehmen beschäftigt. Schon vor seiner Ernennung war er in Augsburg in der Holzbeschaffung tätig und leitete dort das Aufgabenfeld des Rundholzeinkaufs. Holzbeschaffung für die Papierindustrie war dementsprechend das Thema im Interview mit Dr. Jürgen Bauer.

    Herr Müller, UPM ist international aufgestellt und verfügt über eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilungen. Wo sehen Sie bzw. Ihre Kollegen die Zukunft für den Rohstoff Holz?

    Helfried Müller, Director, CEWS bei UPMDie Grundlage unserer Strategie bildet das Geschäft mit auf Holzfasern basierenden Produkten. Alle Geschäftsbereiche von UPM haben zum Ziel, Mehrwert aus Holz und Biomasse zu schaffen. Mit einem entsprechend breiten Produktportfolio von Papier und Holzprodukten, über Bioenergie und Biokraftstoffe für den Straßenverkehr, bis hin zu Biofibrillen, stellt UPM die ganzheitliche Nutzung des Rohstoffs Holz sicher.

    Durch die Ergänzung bestehender Geschäftsbereiche mit innovativen Produkten schaffen wir langfristig neue Wachstumschancen. Der Wald steckt voller neuer Möglichkeiten!

    Beim Forstlichen Unternehmertag am 20. März 2014 in Freising präsentierten Sie sich mit dem ungewöhnlichen Slogan "wir kommen in Frieden". Was ist Ihre Botschaft an die Forstwirtschaft, Forstunternehmer und Transporteure?

    In zahlreichen Veranstaltungen sprechen wir, d. h. die Holz- wie auch die Forstwirtschaft, von den unterschiedlichsten Spannungsfeldern, in denen sich die Branche heute befindet. Hier sind gemeinsame Anstrengungen nötig, um auftretende Probleme zu lösen.
    Das "und" zwischen Forst - und Holzwirtschaft ist uns deshalb sehr wichtig.
    Seitens des Waldbesitzes wurde in der Vergangenheit häufiger angemerkt, oft auch zu Recht, dass die Industrie zu sehr auf ihren eigenen Vorteil hin agiert hätte und die Forstwirtschaft dadurch wirtschaftlich übervorteilt worden wäre.
    UPM CEWS möchte hier ein klares Signal an seine Holzlieferanten und an alle an der Wertschöpfungskette Beteiligten geben, dass wir ein partnerschaftliches Verhältnis auf Augenhöhe anstreben und die anstehenden Herausforderungen, die uns gemeinschaftlich betreffen, miteinander lösungsorientiert angehen möchten. Nur gemeinsam kommen wir voran.

    Sie benötigen als Vertreter der Papierindustrie überwiegend Nadelholz-Schleifholzsortimente (sog. Papierholz) aus der Forstwirtschaft. Wie sehen Sie die zukünftige Versorgung Ihrer Werke hier in Süddeutschland?

    Wir sehen uns als Schleifholzabnehmer in der Region. Unser Ziel ist es, die Standorte von UPM mit Holz der kurzen Wege nachhaltig und wettbewerbsfähig zu versorgen. Die Wertschöpfung wird so in der Region gehalten und die stoffliche Nutzung hat hier - entsprechend dem Modell der Kaskaden-Nutzung - den klaren Vorrang vor der direkten energetischen Verwertung; also eine Win-Win-Situation für beide Seiten, auch im Kleinprivatwald.

    Stichwort Kleinprivatwald: Welche Möglichkeiten und Kooperationen sehen Sie, um eine dauerhafte Belieferung zu gewährleisten?

    Im Kleinprivatwald stehen die größten potentiellen Holzreserven. Die Aktivierung dieses Potentials ist eine schwierige Aufgabe. Das spezielle Umfeld dieser Waldbesitzer erfordert eine flexible Herangehensweise bei der Holzmobilisierung. Eine Vielzahl von Klein- bis Kleinstwaldbesitzern ist in Forstbetriebsgemeinschaften/ Waldbauernvereinigungen organisiert. UPM arbeitet mit FBGs und WBVs gewohnt eng und vertrauensvoll zusammen und steht mit seinem Know-how als traditioneller Forstindustriekonzern zur Verfügung. Wir bieten Dienstleistungen oder Selbstwerbung in der Holzernte, forstliche Beratung durch ausgebildetes Fachpersonal sowie Transport und Bereitstellung von Holz. Als Vollsortimenter mit solidem finanziellem Hintergrund, einer forstlichen Ausrüstung auf dem neuesten Stand der Technik und flexiblen Prozessen sind wir ein verlässlicher Partner der Forstwirtschaft. Vollmechanische oder motormanuelle Aufarbeitungen stehen auf Kundenwunsch zur Verfügung.

    Viele Waldbesitzer nutzen Schwachholz- und Durchforstungssortimente zunehmend energetisch, sei es im Eigenverbrauch als Scheitholz oder Hackschnitzel oder für Biomasseheiz(kraft)werke. Welche Vorteile hat das Papierholz für den Waldbesitzer?

    Grundsätzlich besteht kein Zweifel, dass die ganzheitliche Nutzung von Holz eine höhere Wertschöpfung mit sich bringt, als Holz einfach zu verbrennen. Ein Waldbesitzer kann den Deckungsbeitrag einer Hiebsmaßnahme optimieren, wenn er diesem Prinzip folgt und die verschiedenen Verwertungsmöglichkeiten diverser Holzsortimente ausschöpft.
    Papierholz ist ein im Verkauf zügig abzuwickelndes Sortiment. Nach einer zeitnahen Vermessung an der Waldstraße erfolgt umgehend die Bezahlung an den Waldbesitzer und mit einer gut organisierten Holzabfuhr ist die forstliche Maßnahme abgeschlossen.

    Herr Müller, UPM und der Bayerische Papierverband engagieren sich im Cluster Forst und Holz und finanziell in der Marketinginitiative proHolz Bayern. Was versprechen Sie sich von diesem Engagement?

    Gemäß Cluster-Studien ist der Cluster Forst und Holz heute in Deutschland volkswirtschaftlich bedeutender als die Automobilindustrie.
    UPM ist Teil dieses Clusters und daher ist es für uns selbstverständlich, dass wir uns an der Entwicklung des Clusters beteiligen. Die Zusammenarbeit von Forst- und Holzwirtschaft ist für beide Seiten wesentlich, um auch in Zukunft gemeinsam erfolgreich zu sein.

    Helfried Müller, Director, CEWS bei UPM

     

    UPM - The Biofore Company

    UPM führt die Bio- und Forstindustrie in eine neue und nachhaltige Zukunft. Der Konzern besteht aus sechs Geschäftsbereichen: UPM Biorefining, UPM Energy, UPM Raflatac, UPM Paper Asia, UPM Paper Europe & North America und UPM Plywood. Unsere Produkte werden aus erneuerbaren Rohstoffen hergestellt und sind wiederverwertbar. Das Unternehmen beliefert Kunden auf der ganzen Welt und beschäftigt insgesamt etwa 21.000 Mitarbeiter. Die Umsatzerlöse von UPM liegen bei etwa 10 Mrd. Euro pro Jahr.

    UPM Central European Wood Sourcing sichert die nachhaltige, wettbewerbsfähige Versorgung aller UPM Geschäftsbereiche, vorrangig der UPM Papierfabriken, mit Holz und Biomasse.

    Vom 16. bis 20. Juli 2014 präsentiert sich UPM CEWS in Halle B5, Stand 432 auf der Interforst 2014. Die Interforst als internationale Leitmesse für Forstwirtschaft und Forsttechnik, bringt Entscheider und Experten aus Industrie, Wissenschaft und Politik zusammen und zeigt die komplette Vielfalt der Holzbranche.

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