Bauen mit Holz – Erfolgreiche Lehrfahrt in Niederbayern

    „Holzarchitektur entdecken“, das war das Ziel von über 100 Teilnehmern, die am 07. November der Einladung des Netzwerks Forst und Holz im C.A.R.M.E.N. e.V. zur gleichnamigen Veranstaltung gefolgt waren. Nach der Besichtigung von zwei innovativen Großbauten in Holzbauweise und Fachvorträgen zum Thema wurde deutlich: Holzbau hat Zukunft und ist für nahezu alle privaten und vor allem auch öffentlichen Bauvorhaben bestens geeignet.


    NW FH 7 Landkreise Niederbayern Oberpfalz CARMEN„Holzarchitektur entdecken“, das war das Ziel von über 100 Teilnehmern, die am 07. November der Einladung des Netzwerks Forst und Holz im C.A.R.M.E.N. e.V. zur gleichnamigen Veranstaltung gefolgt waren. Nach der Besichtigung von zwei innovativen Großbauten in Holzbauweise und Fachvorträgen zum Thema wurde deutlich: Holzbau hat Zukunft und ist für nahezu alle privaten und vor allem auch öffentlichen Bauvorhaben bestens geeignet.

    Nach Anreise im eigens organisierten Shuttle-Bus oder im Privat-PKW traf man sich um 13:00 Uhr am ersten Objekt der halbtätigen Lehrfahrt im Passauer Stadtteil Salzweg. Dort entsteht derzeit ein in der Region einzigartiges Objekt: Ein neues Landratsamt in Holzbauweise.

    Besichtigung Landratsamt Passau
    Besichtigung Landratsamt Passau (Bildrechte: Netzwerk Forst und Holz)

    Vorbildfunktion des Projekts

    Alexander Schulze, Geschäftsführer des regionalen Netzwerks, das sich seit 2008 in mittlerweile sieben Landkreisen in Niederbayern und der Oberpfalz für die vermehrte Verwendung von Holz einsetzt, begrüßte Architekten, Holzhandwerker, Holzbauer und Interessierte aus Politik und Verwaltung aus ganz Ostbayern und übergab das Wort sogleich an Klaus Froschhammer, den leitenden Regierungsdirektor am Landratsamt Passau. Dieser überbrachte die Grüße von Landrat Franz Meyer, freute sich über das rege Interesse an dem Neubau und erläuterte dessen Bedeutung für den Landkreis. Nicht umsonst sei der Landkreis seit 2008 Teil des Netzwerks Forst und Holz und mit diesem in der Region einzigartigem Bau wolle man zeigen, was der regionale Baustoff Holz alles zu leisten vermag, und damit nicht zuletzt auch private Bauherren zur vermehrten Verwendung von Holz anregen.

    Stimmiges Ensemble, angenehmes Raumklima

    Den Weg von der Idee bis zur Umsetzung des Bauvorhabens in Holz erläuterte anschließend Edgar Küblbeck, der Leiter des Bauamts des Landkreises Passau. Nach sorgfältiger Abwägung hatte sich auch der Kreisrat für die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs entschieden. Insbesondere die für den modernen Holzbau dank Vorfertigung kurze Bauzeit habe die Entscheider letztlich überzeugt. Nach dem Baubeginn im Herbst 2013 soll das Gebäude bereits im März 2016 nutzbar sein. „Zudem liegen wir auch, was die Baukosten angeht, voll im Plan“, freute sich Küblbeck.

    Architekt Bert Reiszky führte die Teilnehmer anschließend durch die Baustelle, erläuterte die Planung und ging auf technische Details ein. Für Begeisterung sorgte vor allem die äußere Gestaltung des Gebäudes, mit den roten Elementen und einer optischen „Klammer“, die den Neu- und den aufgestockten Altbau zu einem stimmigen Ensemble verbindet. „Zudem wird der natürliche Baustoff Holz in den Innenräumen künftig für ein angenehmes Raumklima, für Besucher wie auch Bedienstete, sorgen“, so Reiszky. Nicht aus Holz seien lediglich kleine Bereiche des Gebäudes, wie die Treppenhäuser und Installationsschächte.

    "Arbeitsstätte zum Wohlfühlen"

    Danach ging die Fahrt weiter nach Waldkirchen im Landkreis Freyung-Grafenau, wo noch einige weitere Teilnehmer zu der Veranstaltung hinzukamen. In Waldkirchen stand die Besichtigung der neuen Firmenzentrale der Firma Wimmer Wohnkollektionen e. K. auf dem Programm, die seit Juli 2014 genutzt wird. Firmeninhaber Gerhard Wimmer, Sebastian Gruber, der Landrat des Landkreises Freyung-Grafenau, und Alexander Schulze luden im Rahmen der Begrüßung dazu ein, das innovative Gebäude bei einem Rundgang selbst zu erkunden. Besonders von der offenen Eingangshalle, den einladenden Aufenthaltsbereichen und freundlichen Büroräumen zeigten sich die Anwesenden begeistert. „Eine Arbeitsstätte so richtig zum Wohlfühlen“, so einer der Teilnehmer.

    Besichtigung Firmenzentrale Wimmer
    Besichtigung Firmenzentrale Wimmer (Bildrechte: Netzwerk Forst und Holz)

    Wie diese entstanden war, zeigte anschließend ein kurzweiliger Film. Besonders zur Geltung kam darin die gute Zusammenarbeit zwischen allen an dem Bauvorhaben beteiligten Personen, vom Firmeninhaber über den Architekten bis zu den ausführenden Handwerkern.

    Heimische Hölzer und helle Arbeitsräume - zu jeder Jahreszeit

    Warum neben Lärche, Eiche, Zirbe und Fichte speziell auch heimisches Weißtannen-Holz zu Verwendung kam, wurde im folgenden Vortrag von Christoph Graf, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Regen, deutlich. „Diese Baumart, der größte heimische Nadelbaum, wird bis zu 600 Jahre alt und bis zu 31 Meter hoch. Sie ist besonders resistent gegen Schädlinge und wird, auch wegen ihrer Unempfindlichkeit gegenüber dem drohenden Klimawandel, in den kommenden Jahren als Bauholz immer mehr an Bedeutung gewinnen“, so Graf. Deshalb sei es dringend anzuraten, dieses wertvolle Holz in den heimischen Wäldern vermehrt zu fördern und auch zu nutzen.

    Auf die Komplexität der Bauaufgabe und die Gestaltung des Gebäudes ging anschließend der Architekt Alex Sonnleitner ein. Das Gebäude spiegle die Philosophie der Firma Wimmer nahezu perfekt wieder. So gibt es neben den normalen Büroräumen auch Bereiche zur Entspannung und zum informellen Austausch, zudem eine attraktive Außenanlage, eine Cafeteria und einen Speiseraum. Ebenso wie beim Landratsamt Passau sorgt auch in Waldkirchen die fast ausschließliche Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz für ein gutes Raum- und Arbeitsklima und das ausgeklügeltes Lichtkonzept für angenehmes Arbeiten, selbst in der dunklen Jahreszeit.

    Dass es trotz der vielen Vorteile des nachwachsenden Rohstoffs nicht immer ausschließlich Holz sein muss, machte anschließend der technische Planer des Gebäudes, Gordian Kley, deutlich. Gerade die Kombination mit anderen Materialien wie etwa Glas, Stahl oder Beton hätte häufig Vorteile oder einen optisch besonderen Reiz. Dies sei zum Beispiel bei den großen Glaselementen, die in der Firma Wimmer die Büroräume trennen und optisch doch verbinden, der Fall.

    Holz als Brandschutzmaterial

    Das in der Verbindung mit Holzbau häufig kritisch gesehene Thema des Brandschutzes griff Experte Claus Schmied in seinem äußerst informativen und kurzweiligen Vortrag auf. So schütze sich Holz durch Verkohlung der Oberfläche erst einmal selbst vor dem Durchbrennen. Ansonsten sei guter Brandschutz vor allem eins: Unsichtbar und funktioniere durch geschickte Planung und die Verwendung der richtigen Materialien. Ein Bild von einer nach einem Brand nahezu unversehrten Brandschutztür aus Holz verdeutlichte die Erläuterungen eindrucksvoll.

    Veranstalter und Referenten
    Veranstalter und Referenten. v. l. n. r.: Forstdirektor Christoph Graf, Schreinermeister und Brandschutzexperte Claus Schmid, Netzwerkgeschäftsführer Alexander Schulze, Firmeninhaber Gerhard Wimmer, Planungsingenieur Gordian Kley, Schreiner und Brandschutzexperte Hans Kufner und Architekt Alex Sonnleitner. Bildrechte: Netzwerk Forst und Holz

    Im Anschluss an die Fachvorträge luden die Organisatoren noch zu einer bayerischen Brotzeit ein, die von den Teilnehmern intensiv zum Kennenlernen und zum fachlichen Austausch, auch über Branchengrenzen hinweg, genutzt wurde. Der Dank des Netzwerks gilt allen, die zum Erfolg der halbtätigen Lehrfahrt beigetragen haben. Weitere Veranstaltungen zum Thema Holzbau und auch den anderen Facetten der Holznutzung sind bereits in Planung.

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