Studie der HSWT

Unser Wald der Zukunft - Klimaschutz durch Holznutzung und aktiven Waldumbau

Berlin, 13.06.2023 - Eine neue Studie mit dem Titel "KlimaHolz", durchgeführt von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, hat ermittelt, wie der deutsche Wald bis zum Jahr 2050 und sogar bis 2100 einen maximalen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann. Die Ergebnisse der Studie sind vielversprechend und zeigen auf, wie die Holznutzung und ein aktiver Waldumbau den deutschen Wald zu einem bedeutenden Akteur im Kampf gegen den Klimawandel machen können.

Ein zentrales Ergebnis der Studie legt dar, dass die Holznutzung die CO2-Leistung des Waldes steigert. Daher wird es als sinnvoll erachtet, die "CO2-Pumpe Wald" zu aktiv zu nutzen. Die Verwendung von Holz im Bauwesen sowie in effizienten, sauberen Holzenergiequellen kann als Ersatz für fossile Brenn- und Baumaterialien dienen. Dabei ist laut der Studie ausreichend Rohstoff vorhanden, um die steigende Nachfrage zu decken.

Ein entscheidender Schritt, um den Herausforderungen des Klimawandels zu begegnen, ist der Umbau der Wälder. Nadelwälder sollten schnellstmöglich in Mischwälder umgewandelt werden, um deren Widerstandsfähigkeit zu stärken. Gleichzeitig empfiehlt die Studie, einige alte Laubwälder behutsam zu verjüngen und mit Nadelbäumen zu ergänzen, da Mischwälder auch die Biodiversität fördern. Es wird betont, dass Holznutzung und Biodiversität Hand in Hand gehen.

Die Studie verdeutlicht, dass die Nutzung von Laubwäldern zunächst zum Klimaschutz beitragen kann. Sobald jedoch eine defossilisierte Wirtschaft erreicht ist, sollte der Fokus darauf gelegt werden, CO2 direkt im Wald zu speichern. Im Idealfall eines aktiven Waldumbaus können bis zum Jahr 2050 kumulativ 2 Gigatonnen CO2eq zusätzlich eingespart werden, was dazu beiträgt, die Klimaziele schneller zu erreichen. Damit wäre der Wald nicht nur klimaneutral, sondern sogar klimapositiv.

Eines der Szenarien sieht vor, 37% des Waldes streng zu schützen, was zu einer Reduzierung von 48% des Rundholzes führen würde. Das Basismodell sieht eine fortlaufende Bewirtschaftung des Waldes wie seit 1990 vor. Jedoch erreicht das Szenario des aktiven Waldumbaus mit einer Umstellung auf klimastabile Mischwälder und einer stofflichen und energetischen Nutzung die beste Klimaschutzwirkung.

Die Studie hebt hervor, dass Mischwälder aus Laub- und Nadelbäumen widerstandsfähiger gegenüber den Gefahren des Klimawandels sind. Zudem nehmen Wälder mit einer Mischung aus verschiedenen Baumarten mehr CO2 auf als ältere Monokulturen. Die Biodiversität bleibt in allen drei Szenarien gesichert.

Die Nutzung von Holz aus dem Waldumbau und von Reststoffen kann fossile Energieträger ersetzen und gleichzeitig CO2 in langlebigen Holzprodukten speichern. Auch über das Jahr 2050 hinaus wird die finale Klimaschutzleistung höchstwahrscheinlich bestehen bleiben, während sie in den Szenarien 1 und 2, vor allem im Nadelholz, abnimmt. Es wird betont, dass stillgelegte "Urwälder" sogar zur CO2-Quelle werden und zur Klimaerhitzung beitragen können, wodurch massive Schäden und Totalausfälle entstehen könnten.

Die Studie zeigt auch, dass allein aus heimischen Sägenebenprodukten und Reststoffen 5 Millionen Tonnen Pellets pro Jahr bereitgestellt werden können. Zusätzlich könnten 17 Millionen Tonnen Pellets aus nicht-sägefähigem Holz und perspektivisch auch aus Waldrestholz gewonnen werden.

In den ersten Jahren des Waldumbaus und möglicherweise aufgrund von Schadholz stehen Hackschnitzel aus Waldrestholz und Ernterückständen vermehrt zur Verfügung. In den Folgejahren werden auch die neuen Waldbestände das erforderliche Alter zur Durchforstung erreichen und somit Waldrestholz aus der Waldpflege bereitstellen können.

Insgesamt zeigt die "KlimaHolz"-Studie vielversprechende Möglichkeiten auf, wie der deutsche Wald aktiv zum Klimaschutz beitragen kann. Ein aktiver Waldumbau hin zu Mischwäldern, die Holznutzung und die Förderung der Biodiversität sind Schlüsselmaßnahmen, um die Klimaziele zu erreichen und den Wald nachhaltig für die Zukunft zu stärken.

 

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