Michael Keller

"Bauen mit Holz ist sicher die nachhaltigste Form des Bauens und ein wesentlicher Faktor in der Bauwende."

Viele Bauinteressierte stehen dem Holzbau grundsätzlich offen gegenüber, jedoch bestehen oft Unsicherheiten. Genau hier setzt die Fachberatung Holzbau Bayern der Cluster-Initiative Forst und Holz mit proHolz Bayern im Auftrag des Bayerischen Forstministeriums an. Die Fachberatung Holzbau unterstützt konkret im Entscheidungsprozess: Alle Bauherren, Planer und Kommunen, die in Bayern bauen wollen, werden zu fachlichen Fragen rund um das Thema "Bauen mit Holz" beraten. Jedes Bauvorhaben erhält eine telefonische Erstberatung. Bei größeren Bauprojekten werden die Einsatzmöglichkeiten des nachwachsenden Rohstoffs Holz vor Ort oder per Videokonferenz aufgezeigt, um bestehende Vorbehalte zu entkräften.

michael keller

Michael Keller ist gelernter Zimmerer und Bauingenieur und einer von sieben freiberuflichen Fachberatern für die Projekte im Freistaat. Zudem ist er Mitarbeiter des INFORMATIONSDIENST HOLZ. Mit über 35-jähriger Erfahrung im Holzbau, sowohl in der Industrie als auch in der Praxis und Ausbildung von Bau- und Holztechnikern, ermöglicht er einen professionellen und kompetenten Wissenstransfer. Wir haben ihn zur aktuellen Fachberatung befragt:

Herr Keller, wie steht es grundsätzlich um den Bereich Bauen?

Im Jahr 2022 betrug der Umsatz der Bauwirtschaft in Deutschland mehr als 300 Milliarden Euro. Für dieses Jahr erwarten wir den Bau von über 100.000 neuen Objekten im Wohnungs- und Wirtschaftsbau. Aktuell erleben wir jedoch einen Rückgang aufgrund hoher Baustoffpreise, hoher Inflation und gestiegener Zinsen, insbesondere bei privaten Bauherren, was zu einem Rückgang der Bauanträge führt. Dies widerspricht jedoch der aktuellen Notwendigkeit, sowohl die öffentliche Infrastruktur als auch den Wohnungsbau massiv zu steigern.

Angesichts des Klimawandels ist die Notwendigkeit für nachhaltiges Bauen unbestreitbar und eine Grundvoraussetzung für die Bauwende. Gerade in Zeiten steigender Energie- und Rohstoffpreise macht nachhaltiges Bauen nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch Sinn. Doch worum handelt es sich beim nachhaltigen Bauen?

Das Bauwesen ist allein für rund 40 % aller Treibhausgasemissionen verantwortlich und daher ein wichtiger Faktor beim Klimaschutz. Bauen mit Holz ist dabei sicher die nachhaltigste Form des Bauens. Das Rohmaterial für materialoptimierte und nachhaltige Baukonstruktionen wächst regional in unseren Wäldern, bindet CO2 dauerhaft und benötigt im Vergleich zu mineralischen Baustoffen nur einen Bruchteil der Energie für die Herstellung. Das Bauen mit Holz ist daher ein wesentlicher Faktor in der Bauwende.

Welche Erfolgsfaktoren sehen Sie bei der Fachberatung Holzbau Bayern?

Energieeffizientes und nachhaltiges Bauen beginnt bereits bei der Planung eines Bauprojektes. Gerade bei Planern und Kommunen ist Wissenstransfer und Aufklärung extrem wichtig, da oft noch Vorurteile über das Bauen mit Holz bestehen. Während viele Baufragen telefonisch geklärt werden können, kommen wir z.B. beim Bau eines Kindergartens oder einer Schule auch vor Ort zur Beratung, etwa in den Gemeinderat oder Kreistag. Auch beim Thema mehrgeschossiges Bauen ist unsere Kompetenz gefragt. Doch auch beim Immobilienbestand wächst das Beratungspotenzial. Die serielle Sanierung oder Aufstockung mit Holz ist aufgrund des hohen Vorfertigungsgrades und des geringen Gewichts oft prädestiniert für den Baustoff Holz und führt aufgrund des steigenden Marktanteils zu vermehrtem Beratungsbedarf.

Können Sie von konkreten Beispielen der Fachberatung berichten?

In der Fachberatung geht es zum Beispiel sehr oft um die vergaberechtlichen Möglichkeiten, ein öffentliches Gebäude in Holz zu bauen. Das aktuelle Vergaberecht setzt hier hohe Hürden, um eine Benachteiligung anderer Baustoffe zu vermeiden. Allerdings ist es sehr wohl möglich, wenn eine Kommune z.B. eigene Wälder besitzt, aus denen sie regionales Holz mit kurzen Transportwegen beziehen kann, auch mit diesem Holz zu bauen. Um dies umzusetzen, bedarf es einer sehr frühzeitigen Beratung der planenden Behörden und Bauämter und einer entsprechenden Gestaltung der Vergabeunterlagen.

Ein weiteres Beispiel ist eine Brauerei, die für ihre Produktionserweiterung eine Halle in Holzbauweise errichten möchte. In der Produktion ist eine sehr hohe Feuchtigkeit vorhanden, jedoch ist dies bei entsprechender Ausführung der Wand- und Deckenaufbauten auch in Holzbauweise problemlos möglich.

Die Fachberatung Holzbau Bayern arbeitet eng mit dem INFORMATIONSDIENST HOLZ zusammen. Können Sie diesen kurz erklären?

Seit mehr als 70 Jahren ist der INFORMATIONSDIENST HOLZ mit Sitz in Düsseldorf ein in Fachkreisen geschätzter Service für Bauherren, Architekten, Tragwerksplaner, Handwerk und Lehre. Mehr als 70 Schriften und Fachbroschüren zu Entwurf und Konstruktion, Tragwerksplanung, Baustoffe und Bauphysik oder über preisgekrönte Holzbau-Architektur wurden bereits erarbeitet und stehen auch für die fachliche Arbeit in der Fachberatung Holzbau Bayern zur Verfügung. Zusätzlich ist ein digitales Schulungsportal zu allen Themen des Bauens mit Holz frei verfügbar. Die Akteure im Cluster Forst und Holz – vom Waldbesitzer über Sägewerke bis hin zu Zimmerern – sehe ich dabei als wichtige Multiplikatoren für die Schriften des INFORMATIONSDIENST HOLZ und der Fachberatung.

Wie kann ich als Bauinteressierter oder kommunaler Vertreter die Fachberatung nutzen?

Bei Bedarf nutzen Sie einfach die Telefonnummer oder das Kontaktformular auf der Homepage. Dort werden Sie zielgerichtet beraten – unser Team deckt verschiedene Schwerpunkte ab, vom landwirtschaftlichen Bauen bis hin zu Brand- und Schallschutz oder zum mehrgeschossigen und industriellen Bauen mit Holz. Bayern ist das Waldland Nummer eins in Deutschland und auch im Bereich Holzbau führend. Daher kann das Bauen mit Holz in Bayern noch verstärkt werden; die Infrastruktur bestehend aus Forst, Sägeindustrie und verarbeitenden Betrieben ist in Bayern sehr leistungsfähig.

Herr Keller, herzlichen Dank für das Interview.

 

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