Die Fichte ist der "Baum des Jahres 2017"

Berlin (HZBL) Die "Baum des Jahres - Dr. Silvius Wodarz Stiftung" hat die Fichte als Baum des Jahres 2017 ausgerufen. Damit wurde vom Kuratorium erstmals der wichtigste Holzlieferant in Deutschland gewürdigt. Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, begrüßt diese Entscheidung, sie schärfe den Blick für den Spagat, vor dem die Forstleute stehen: "Selbstverständlich wird sich an der Baumart Fichte gerieben, weil sie in der Vergangenheit zum Teil nicht an den richtigen Orten gepflanzt wurde. Die Fichte ist ein wichtiges Rückgrat für die heimische Forst- und Holzwirtschaft, sie schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum und trägt maßgeblich zum Klimaschutz bei, ist aber gleichzeitig vom Klimawandel bedroht."

Berlin (HZBL) Die "Baum des Jahres - Dr. Silvius Wodarz Stiftung" hat die Fichte als Baum des Jahres 2017 ausgerufen. Damit wurde vom Kuratorium erstmals der wichtigste Holzlieferant in Deutschland gewürdigt. Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, begrüßt diese Entscheidung, sie schärfe den Blick für den Spagat, vor dem die Forstleute stehen: "Selbstverständlich wird sich an der Baumart Fichte gerieben, weil sie in der Vergangenheit zum Teil nicht an den richtigen Orten gepflanzt wurde. Die Fichte ist ein wichtiges Rückgrat für die heimische Forst- und Holzwirtschaft, sie schafft Arbeitsplätze im ländlichen Raum und trägt maßgeblich zum Klimaschutz bei, ist aber gleichzeitig vom Klimawandel bedroht."

Mit einem Anteil von 25% an der Waldfläche ist sie häufigste Baumart Deutschlands, wie keine andere Baumart polarisiert sie aber auch. Ihr Anbau wird unter Forstleuten, Waldbesitzern und Naturschützern seit Jahrzehnten stark diskutiert, nicht erst seit den Jahrhundertorkanen des Jahres 1990. Schirmbeck: "Wir dürfen die Fichte nicht verlieren, sondern müssen ihren Anteil dauerhaft auf geeigneten Standorten und in der Mischung mit anderen Baumarten sichern. Die Fichte ist eine Schlüsselbaumart."

Bild: Eva Tendler / proHolz Bayern

Wie die letzte Bundeswaldinventur und die Clusterstudie zeigen, hat die Fichte einen besonderen Schwerpunkt in Bayern. Auf einer Million Hektar, das sind rund 40 Prozent der Landesfläche, stehen fast 500 Millionen Festmeter Fichtenholz, das ist in etwa die Hälfte des stehenden Vorrates. Besonders viele Fichten stehen in ihrem natürlichen Vorkommensgebiet, den Alpen und im Bayerischen Wald, aber auch in den vorgelagerten Mittelgebirgen und dem Flachland.

Fichtenbestände ohne Mischbaumarten insbesondere im niederschlagsärmeren Norden des Freistaats sind besonders von den Folgen des Klimawandels bedroht und werden sowohl im Staats- als auch im Privatwald systematisch in risikoärmere Mischwälder umgebaut. Mittelfristig wird daher der Anteil an Fichtenholz zurückgehen.

AGDW-Präsident Philipp zu Guttenberg kommentiert daher auch, dass die Vor- und Nachteile der Fichte offen diskutiert werden müssen, um sie in der Waldbewirtschaftung richtig einsetzen zu können. "Im Waldbau brauchen wir wieder eine ideologiefreie Debatte um Baumarten, dies gilt auch für klimaresistente Baumarten wie die Douglasie oder die Roteiche."


Bericht: Holz-Zentralblatt

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