Das Netzwerk Forst Holz im C.A.R.M.E.N. e.V. auf Baustellenbesuch im NAWAREUM

(Straubing, 3.11.2017) Ca. 40 Personen konnte der Netzwerk Geschäftsführer Alexander Schulze in Bayerns derzeit größter Holzbau Baustelle in Straubing begrüßen. Mit dem dortigen NAWAREUM baut der Freistaat ein Gebäude, das Geschichte, Gegenwart und Zukunft der nachwachsenden Rohstoffe nicht nur modern präsentiert sondern dabei auch selbst wesentlicher Teil der Ausstellung ist. Dementsprechend komplex sind die Anforderungen, die an das Gebäude gestellt werden.

(Straubing, 3.11.2017)

Ca. 40 Personen konnte der Netzwerk Geschäftsführer Alexander Schulze in Bayerns derzeit größter Holzbau Baustelle in Straubing begrüßen. Mit dem dortigen NAWAREUM baut der Freistaat ein Gebäude, das Geschichte, Gegenwart und Zukunft der nachwachsenden Rohstoffe nicht nur modern präsentiert sondern dabei auch selbst wesentlicher Teil der Ausstellung ist. Dementsprechend komplex sind die Anforderungen, die an das Gebäude gestellt werden. Beim Baustellenbesuch für Netzwerkpartner und interessierte Architekten, wurde Schulze von den wichtigsten am Bau beteiligten Personen und Institutionen unterstützt. 

Norbert Sterl, Leiter Hochbau am Bauamt Passau, erläuterte den Baufachleuten: Unter enormen Zeitdruck wird hier ein Gebäude geplant und realisiert, das höchsten Qualitätsstandards und optimalen energetischen Standards genügen muss und dabei selbst zum Exponat wird. Es präsentiert die moderne Holzbauweise ebenso wie die Klimatisierung und die technische Ausrüstung.

Für den Kurator Lutz Engelskirchen ist es ein besonderer Glücksfall, dass die Planung des Gebäudes und die Planung der Ausstellung gleichzeitig erfolgen mussten bzw. konnten. So schafft man es, besonders schlüssig die „Erfolgsgeschichte der nachwachsenden Rohstoffe“ zu erzählen, die eine Geschichte ist, weg vom fossilen Kohlenstoff, hin zu gegenwärtig wachsendem Kohlenstoff. Dabei bleiben die Macher der Ausstellung nicht beim Benennen von Problemen sondern zeigen Handlungsalternativen, bieten Gelegenheit zur Selbsterforschung und erklären die weltumspannende Handlungsmotivation.

Der Architekt Robert Jany (Dömges Architekten, Regensburg) wünscht sich zu Beginn seiner Ausführungen mehr Bereitschaft der Bauherren, mit Holz zu bauen. Er und seine Kollegen aus der Architektenschaft stünden als neutrale Berater bereit, über die sinnvollen Verwendungsmöglichkeiten von Holz zu informieren. Für das NAWAREUM hat sich Jany besondere Holzbaufinessen ausgedacht: Schon von außen wird man von Holz empfangen: Rundholzstämme direkt aus dem Wald, nur entrindet, tragen das Vordach. Die Bayerischen Staatsforsten spendeten die notwendigen 80 Stämme der Baumarten: Lärche, Douglasie, Fichte, Kiefer und Tanne aus dem Staatswald bei Bodenmais. Im Inneren beeindruckt viel sichtbares Holz und ein Erschließungsmodul über drei Stockwerke, das zentraler Teil der Ausstellung ist und an einen überdimensionalen Diamanten erinnert. Die Akustik Brettstapel-Decken wurden von einem Netzwerkpartner aus dem Landkreis Straubing geliefert und sind als Holz-Beton-Verbund Decken ausgebildet.

Um trotz der weiten Spannweiten bis zu 17 Metern möglichst frei Räume zu erhalten, haben die Statik Fachplaner der Seeberger, Friedl Planungsgesellschaft mittragende Außenwand Elemente entwickelt und setzen bei den Decken Unterzügen auf Buchen Furnier Schichtholzträger. Der Statiker Alexander Diewald konnte noch auf einen weiteren Vorteil der Planung in Holzbauweise hinweisen: Durch das relativ geringe Gewicht kommt der Bau mit einer nur 25 Zentimeter dicken Bodenplatte unter dem Keller aus. Besonders der "Diamant aus Holz" in der Mitte des Gebäudes stellte die Experten in Holzbaustatik vor neue Herausforderungen.

Den abschließenden Rundgang durch das Gebäude dehnten die Experten und Gäste des Netzwerks Forst und Holz bis in die Dunkelheit aus. Zu spannend waren die Detailfragen, die zwischen Architekten, Zimmereibetrieben, Fachplanern, zukünftigen Nutzern und dem Bauamt als Vertreter des Freistaates bei so einem Bau zu besprechen waren.

(Bild: Baustelle NAWAREUM, C.A.R.M.E.N. e.V.

Weitere Informationen:

Drucken E-Mail

Aktuelle Berichte

  • Kamera an! FV Niederbayern trifft sich virtuell

    Kamera an! FV Niederbayern trifft sich virtuell Die Forstwirtschaftliche Vereinigung Niederbayern (FVN) antwortet auf die Einschränkungen während der Corona-Zeit mit innovativer Tatkraft: Am 13.5.2020 fand die erste Videokonferenz mit 16 Mitgliedsorganisationen unter der Leitung von Vorsitzendem Georg Huber statt. Read More
  • Flora Incognita - Pflanzen mit Handy bestimmen

    Flora Incognita - Pflanzen mit Handy bestimmen Mit „Flora Incognita“ wird das Handy zum Bestimmungs-Schlüssel in der Hosentasche: Mittels Foto wird die umfangreiche Datenbank abgesucht und liefert das Ergebnis der unbekannten Pflanze. Read More
  • Abbaubare Wuchshüllen für Waldbäume

    Abbaubare Wuchshüllen für Waldbäume Ohne Verbissschutz würde mancherorts kein Wald wachsen. Wuchshüllen helfen beim Aufforsten. Doch – hergestellt aus Plastik – droht durch sie eine Belastung des Ökosystems Wald. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) ein Verbundprojekt, in dem Forscher abbaubare Alternativen entwickeln – und ein Konzept, wie sich die bisher genutzten Hüllen effizient zurückbauen lassen. Read More
  • Brandheiß: Waldbrandgefahrenindex wird praxistauglicher

    Brandheiß: Waldbrandgefahrenindex wird praxistauglicher Nach nunmehr 5-jährigem Einsatz des Waldbrandgefahrenindex (WBI) liegen ausreichende Erfahrungen vor, um Modellartefakte zu identifizieren und zu bewerten. Ziel dieses Vorhabens ist es, den WBI praxistauglicher zu machen, damit Präventionsmaßnahmen der Forstbehörden zweckdienlicher als bisher unterstützt werden können. Read More
  • Holzverwendung: Tue Gutes und sprich darüber!

    Holzverwendung: Tue Gutes und sprich darüber! Die stoffliche und energetische Nutzung von Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern hat deutlich positive Effekte für den Klimaschutz. Das geht unter anderem aus dem Klimaschutzgutachten 2016 der wissenschaftlichen Beiräte der Bundesregierung sowie aus der Kohlenstoffinventur 2017 des Thünen-Institutes für Waldökosysteme hervor. Auch zahlreiche weitere Untersuchungen belegen, dass die nachhaltige Erzeugung sowie die stoffliche und energetische Nutzung des nachwachsenden Rohstoffes Holz eine bessere CO2-Bilanz erzielen als die alleinige Erhöhung des Kohlenstoffspeichers bei Nutzungsverzicht in den Wäldern. Read More
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5

Wir koordinieren

Logo proHolz Bayern

 

 

Logo komSilva

 

Partnernetzwerke

Logo Regionalinitiativen in Bayern

 

Logo Cluster Offensive Bayern

 

Logo go-cluster

 

 

 

Logo Cluster Management Excellence

Logo Zentrum Wald Forst Holz Weihenstephan

logo VBF Vertreter Bayerischen Forstwirtschaft 2019

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung