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Waldtag Bayern in Nürnberg: Bayerische Wälder sind unverzichtbare Lebensgrundlage

Vertreter der bayerischen Forstwirtschaft sehen bayerische Wälder als unverzichtbare Lebensgrundlage

Ballungsräume stellen Wald und Forstwirtschaft vor besondere Herausforderungen

Nürnberg, 18.Oktober 2018: Wald und Forstwirtschaft in Ballungsräumen – Welten treffen aufeinander! Früher extrem strapaziert für den Rohstoffbedarf der Städte, sind die Stadtwälder heute flächenmäßig relativ stabil, Als „grüne Lunge“ der Städte sind sie ein Garant für eine hohe Lebensqualität. Und morgen? Am Waldtag Bayern 2018 diskutierten Vertreter des Kommunal- und Forstsektors und rund 150 Teilnehmer am 18. Oktober in Nürnberg die Rolle Wälder in Ballungsräumen.

Gemeinsame Botschaft der Bayerischen Forstwirtschaft

Die Vertreter der Bayerischen Forstwirtschaft (VBF) – ein Zusammenschluss von einundzwanzig forstlichen Vereinen und Verbänden präsentierten dort, zusammen mit der Staatsregierung, eine gemeinsame Botschaft.

Der VBF ging heuer speziell auf die Wald und Forstwirtschaft in Ballungsräumen ein. Die Kommunen werden von den Forstvertretern aufgefordert, mehr Holzbauprojekte auf den Weg zu bringen, den finanziellen Mehraufwand für die Sicherstellung der Erholungsfunktion und der Biodiversität auszugleichen und die Akzeptanz für eine geregelte Bewirtschaftung zu erhöhen. Alle, die mit dem Wald zu tun haben, werden ermutigt den Dialog auf Augenhöhe zu pflegen.

Dialogprozess am Waldtag - Multifunktionalität und Öffentlichkeitsarbeit

Am Waldtag wurde diese Botschaft von drei Dialogforen und einer Reihe von einführenden Vorträgen begleitet. Der Wandel von Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen und -ansprüchen in städtischen Wäldern waren dabei die prägenden Themen. Vielerorts funktioniert die Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Forstsektor gut. Manche Waldbesucher bringen allerdings eine geringe Akzeptanz für Waldbewirtschaftung und Holzbereitstellung auf. Das führt immer wieder zu Diskussionen, bei denen die Komplexität des Ökosystems Wald erklärt werden muss. Aufklärung über die Arbeit im Wald und ein direkter Dialog mit den Bürgern sowie ausgeprägte Öffentlichkeitsarbeit sind hier notwendig.

Kurzfassung der Vorträge zum kostenlosen Download!

Früher Energielieferant – heute Erholungsraum

In seiner Festrede stellte der Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly die große Bedeutung des Waldes für die Bürger heraus: „Nürnberg ist eine der am dichtesten besiedelten Städte in Deutschland. Es gibt wenige Grünflächen. Der Kontrast zwischen Besiedelungsdichte und dem bis an die Gärten heranreichenden Reichswald könnte nicht größer sein. Für Freizeit und Erholung besitzt der Wald eine herausragende Bedeutung. Der Reichswald ist für uns ein wahrer Schatz.“

 

Der Urknall der forstlichen Nachhaltigkeit

Bereits der Tagungsort war Programm: Schließlich führte der Ratsherr Peter Stromer vor 650 Jahren als „Tannensäer von Nürnberg“ erste systematische Aufforstungen durch. Aus der mittelalterlichen Holzknappheit heraus begründete er damit den heutigen Reichswald und die moderne Forstwirtschaft. Dr. Joachim Hamberger, Vorstand des Vereins für Nachhaltigkeit, bezeichnet „diese Leistung als Urknall der forstlichen Nachhaltigkeit“. Dieser Gedanke der ressourcenerhaltenden Nutzung lebt bis heute in der Forstwirtschaft weiter und ist dort fest verankert.

Wachstum und Flächenreserve

Nürnberg wächst. Wirtschaft, Verkehr und Wohnraum benötigen immer mehr Flächen. Seit der Bannwaldausweisung 1979/80 müssen gerodete Flächen um Nürnberg flächengleich wieder aufgeforstet werden. „Das erhält zwar die Fläche des Reichswaldes, zahlreiche Funktionen wie Lebensraum für Tiere und Pflanzen, Luftreinhaltung und Klimaschutz können  junge Wälder erst nach Jahrzenten leisten“ gibt Dr. Peter Pröbstle, Bereichsleiter Forsten am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zu bedenken. „Und nur ein großer intakter Wald kann seiner Bedeutung für Biodiversität, Freizeit und Erholung und Trinkwassergewinnung gerecht werden.“

Wald ist Wirtschaftsraum

Besonders in Ballungsräumen führt die Bewirtschaftung häufig zu Konflikten. Georg Förster, Bürgermeister der Gemeinde Buckenhof berichtet: „Die Bürger sind stocksauer, wenn Holz aufgeladen und mit einem 40-Tonner im Wald abgeholt wird“ Dem hält er dagegen, denn für ihn ist Holz ein unverzichtbarer, nachhaltig bereitgestellter „Öko-Rohstoff“, der als CO2-Speicher zudem eine wichtige Rolle für den Klimaschutz spielt.

Roland Blank, weiß als Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten wie wichtig die Holznutzung für den Wald ist: „Vor 40 Jahren haben wir die ersten Laubbäume unter die Kiefern gepflanzt. Der Waldumbau ist Voraussetzung für die Zukunft eines gesunden Waldes im Klimawandel.“

Naturschutz durch Bewirtschaftung

Durch die Arbeit der Förster ist der Reichswald erst zu dem heutigen Naturjuwel geworden. Spechte, Greifvögel, Fledermäuse und seltene Arten wie der Ziegenmelker finden hier einen Lebensraum. „Der Reichswald ist fast vollständig als Vogelschutzgebiet ausgewiesen“ betont Dr. Klaus Köppel, Leiter des Umweltamts Nürnberg.

Holzbauweise ist Beitrag zum Klimaschutz

Wolf Opitsch, Architekt und Leiter des Referats für Stadtplanung und Bauordnung in München gab seine Erfahrungen mit der modernen Holzbauweise wider: „Die Leute, die im Holzbau einziehen, lieben das. Sie wollen nichts anderes. Für die Bewohner ist es etwas Besonderes im Holzbau zu leben.“ Mittlerweile ist mehrgeschossiger Holzbau kein Problem, der Holzbau bietet spezielle Vorteile: „Es geht schneller, ist energetisch günstiger, der Wohlfühlfaktor ist höher und natürlich ist der Klimaschutz durch den CO2-Speicher Holz ein wichtiges Kriterium. Gegenüber der mineralischen Bauweise können bis zu 60 Prozent der klimaschädlichen Emissionen substituiert werden“

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