Projekt KomSilva startet Instrumententest – Mit Bayern als Partnerland

Waldbesitzer aktivieren - mit gezielter Ansprache und übergreifender Öffentlichkeitsarbeit. Das Projekt KomSilva entwickelt Hilfsmittel und Schulungsmaterialien zur Waldbesitzeransprache für Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse und alle, die im beratenden Kontakt mit Waldbesitzenden stehen. Projektziel und -inhalt ist es, die Kommunikation mit Waldbesitzern*innen zu erleichtern und zu professionalisieren. Das Land Bayern ist KomSilva Projektregion und wird in den kommenden Monaten die neuen KomSilva Instrumente mit als Erstes testen.

Hintergrund des Projektes KomSilva sind die Veränderungen in der Waldbesitzerstruktur. Studien zeigen, dass jährlich ca. 65.000 Personen durch Eigentümerwechsel zu Waldbesitzenden werden. Immer öfter handelt es sich bei diesen „neuen“ Waldbesitzern*innen um Menschen deren Lebensmittelpunkt außerhalb der klassischen Landwirtschaft liegt. Menschen, die teilweise im städtisch geprägten Umfeld leben. Menschen, die Wald oft eher als Kulisse für Freizeitaktivitäten, denn als Wirkstätte für den Lebensunterhalt kennen und deren Ansprüche und Interessen in Bezug auf Wald sehr heterogen sind. Vermehrt sind die Waldeigentümer*innen nicht auf den Holzerlös angewiesen, forstliche Kenntnisse und Fertigkeiten können nicht vorausgesetzt werden. Eine häufige Beobachtung in diesem Zusammenhang ist, dass viele „neue“ Waldbesitzende augenscheinlich weniger Interesse an waldbaulichen Maßnahmen haben. Sie sind seltener in Selbsthilfeorganisationen, wie den Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen (FWZ) engagiert. Die Ämter als Ansprechpartner in der Beratung, andere Anlaufstellen und Dienstleister wie die Forstunternehmer sind oft unbekannt.

Forstliche Praktiker erleben, dass Waldflächen zunehmend aus der Nutzung fallen. Im Kontext mit dem sich wandelnden Klima, immer trockeneren Sommern und häufigeren Extremwetterereignissen kann das für den Wald eine kritische Kombination sein. KomSilva hat sich vor diesem Hintergrund das Ziel gesetzt, die Berater der Privatwaldeigentümer dabei zu unterstützen, Waldbesitzer*innen anzusprechen, sie für ihren Wald zu begeistern und zu einer aktiven Auseinandersetzung mit dem Waldeigentum zu motivieren.

Oft wird die damit verbundene Aktivierungsarbeit von den forstlichen Beratern der FWZ als zeitintensiv und wenig lohnend wahrgenommen. Die Ansprechpartner berichten, der Zugang zur schlecht erreichbaren und oft wenig bekannten Klientel sei nicht immer einfach. Dennoch ist der Aufbau von langfristigen, vertrauensvollen Mitglieder- und Kundenbeziehungen wichtiger denn je. Denn mit stabilen, gar steigende Mitgliedszahlen werden regelmäßige Pflegemaßnahmen wahrscheinlicher, durch die ein stabiler Holzfluss außerhalb von Schadereignissen überhaupt erst entsteht.

Das Projekt KomSilva unterstützt diese Aktivierungsarbeit, indem es den forstlichen Beratern Know-How und konkrete Hilfsmittel für die Waldbesitzeransprache zur Verfügung stellt. Dies umfasst beispielsweise einen Leitfaden, der alles enthält, was man zur Waldbesitzeransprache braucht: Anleitungen und Tipps, von Grundlagen bis zu modernsten Kommunikationskanälen, Veranstaltungskonzepte, konkrete Fallbeispiele und darüber hinaus allerlei Vorlagen. Ob Muster für eine professionelle Geschäftsausstattung, Checklisten oder konkrete Social Media Inhalte, es handelt sich um einen medialen Rundumschlag. Auch Weiterbildungen auf dem Themengebiet Waldbesitzeraktivierung in Form von Podcasts und Online bzw. Video Schulungen informieren in Formaten, die sich auch mit wenig Zeitaufwand für „Zwischendurch“ im Arbeitsalltag eignen.

Das Jahr 2018 hat der Forstbranche sehr viel Arbeit beschert, trotzdem sollte die Zeit gerade auch jetzt in die Kommunikation investiert werden. In Jahren wie dem zurückliegenden 2018 erleben auch Waldbesitzende außerhalb der traditionellen Forstbranche die angespannten Lage im Wald viel eher. Nicht umsonst hört man immer wieder Aussagen wie „Käfer und Sturm bringen die meisten Mitglieder in einen Zusammenschluss“. Doch nicht die problemzentriere Kommunikation, sondern verstärkt emotionale, ansprechende Bilder und Botschaften motivieren die Eigentümer*innen, sich mit dem eigenen Wald auseinanderzusetzen. Dabei  sollte die Vielschichtigkeit der forstlichen Arbeit in den Fokus gestellt werden. Die Branche sollte zeigen, dass Forstwirtschaft nicht „nur“ Holz machen oder Kalamitätsbeseitigung ist, sondern dadurch eine Vielzahl an Leistungen für Natur und Gesellschaft ermöglicht und gesichert werden. Eine weit gestreute, jedoch gut durchdachte Kommunikation in Öffentlichkeitsarbeit hinein ist dabei sinnvoll und wichtig. Eine breite und positive öffentliche Wahrnehmung rückt zwangsläufig die Ansprechpartner für die Waldbesitzer und damit auch die FWZ, in das Blickfeld neuer Waldbesitzer*innen.

All das sind Themen, mit den sich das KomSilva Team auseinandersetzt. In den kommenden Wochen werden über die Website des Projektes www.komsilva.de (sowie ab Mai über die neu konzipierte Webpage www.info-privatwald.de) immer mehr der Hilfsmittel, Vorlagen und Schulungstools kostenfrei zur Verfügung gestellt werden. Parallel gilt es die Materialien auf Ihre Praxistauglichkeit zu testen und Lücken zu füllen. Verschiedene Praxispartner in ganz Bayern unterstützen das Projekt hierfür in den kommenden Wochen und Monaten mit Ihren Erfahrungen und Ideen. Das Projektteam möchte damit sicher gehen, den Nerv der Branche zu treffen.

Das Projekt KomSilva wird von der Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe gefördert und läuft noch bis zum Januar 2020. Das Projektkonsortium besteht aus dem Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF), der Clusterinitiative Forst und Holz in Bayern, dem Lehrstuhl für Wald und Umweltpolitik der TU München und der Firma UNIQUE forestry and land use.

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