Deutscher Holzbaupreis 2015 verliehen

Ein Dreiklang aus Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Klimaschutz: Innovatives Potential des Holzbaus voll ausgeschöpft

Am 12. Mai wurde auf der LIGNA der wichtigste Holzbaupreis der Bundesrepublik verliehen. Auslober des Deutschen Holzbaupreises ist Holzbau Deutschland - Bund Deutscher Zimmermeister. 200 Einsendungen, von anspruchsvollen Neubauten über raffinierte Sanierungen zu zukunftsweisenden Entwicklungen im Produktsektor zeigten eindrucksvoll das Anwendungsspektrum des Baustoffs. Drei Einsendungen mit bayerischer Beteiligung wurden prämiert.

Gleich zwei Auszeichnungen gingen an Prof. Florian Nagler, Architekt (München).
Gleich zwei Auszeichnungen gingen an Prof. Florian Nagler, Architekt (München).

Ein Dreiklang aus Nachhaltigkeit, Ressourceneffizienz und Klimaschutz: Innovatives Potential des Holzbaus voll ausgeschöpft

Am 12. Mai wurde auf der LIGNA der wichtigste Holzbaupreis der Bundesrepublik verliehen. Auslober des Deutschen Holzbaupreises ist Holzbau Deutschland - Bund Deutscher Zimmermeister. 200 Einsendungen, von anspruchsvollen Neubauten über raffinierte Sanierungen zu zukunftsweisenden Entwicklungen im Produktsektor zeigten eindrucksvoll das Anwendungsspektrum des Baustoffs. Drei Einsendungen mit bayerischer Beteiligung wurden prämiert.

Insgesamt vergab die Jury drei Preise und fünf Anerkennungen; besonders erfolgreich war, wie schon 2013, Architekt Florian Nagler, der einen Preis für das Kultur- und Kongressforum in Altötting sowe eine Auszeichnung für ein Büro- und Ausstellungsgebäude in Aalen erhielt. Außerdem wurde dem Umbau eines Bauernhauses in Philippsreut eine Anerkennung ausgesprochen:

Preisträger Anerkennungen
  • Multifunktionsgebäude "c13" in Berlin
    Architekten: Kaden und Partner
  • Evangelisches Gemeindezentrum in Köln
    Architekten: Sauerbruch Hutton
  • Kultur- und Kongressforum Altötting
    Architekten: Florian Nagler
  • Büro- und Ausstellungsgebäude in Aalen (Anerkennung Neubau)
    Architekten: Florian Nagler
  • Kindertagesstätte Don Bosco in Wuppertal (Anerkennung Neubau)
    Architekten: Zamel Krug
  • Einfamilienhaus in Wandlitz (Anerkennung Neubau)
    Architekten: 2D+ Berlin
  • Umbau eines Bauernhauses in Philippsreut (Anerkennung Bauen im Bestand)
    Architekten: frank und probst München
  • Energetische Sanierung und Aufstockung in Aachen (Anerkennung Bauen im Bestand)
    Architekt: Prof. Klaus Klever

Berlin - Siebengeschossiger Holzbau in der Stadt

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Das Multifunktionsgebäude "c13" in Berlin. Fotos: Bernd Borchardt

Einen Preis erhält ein anspruchsvolles Gebäude in Berlin, im Stadtteil Prenzlauer Berg. Die Architekten Kaden und Partner vereinen auf sieben Geschossen ein großstädtisches Familien-, Bildungs- und Gesundheitszentrum sowie Miet- und Eigentumswohnungen. Die Architekten meistern die brandschutztechnischen Hürden der Gebäudeklasse 5, nutzen gekonnt Hybriddecken mit Holzuntersicht sowie massive Brettsperrholzwände für die Gebäudeaussteifung und erwirtschaften Vorteile durch Vorfertigung und kurze Bauzeiten.

Die Jury ist sich einig, dass dieses Projekt einen großen Schritt für die Rückkehr des Holzbaus in die Stadt vollzieht. Die Juroren zeigen sich beeindruckt, "was der Holzbau in urbanen Zusammenhängen zu leisten vermag und welches Potenzial für weitere zahlreich vorhandene Bauaufgaben in ihm steckt".

Köln - Holzbau in Sondergebäuden

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Der Bautypus Basilika neu interpretiert: Kirche und Gemeindezentrum in Köln. Fotos: Margot Gottschling

Als ein „skulpturales Gesamtkunstwerk“ bezeichnet die Jury das Evangelische Gemeindezentrum in Köln der Architekten Sauerbruch Hutton und verleiht dem Ensemble aus Kirche, Gebetskapelle und Glockenturm einen Preis. Vor allem der Kirchenbau fasziniert, da er mit kleinem Budget, viel Pragmatismus und gestalterischer Perfektion den Bautypus der Basilika neu interpretiert.

Realisiert wird ein reiner Holzbau, dessen Tragsystem aus Holzrippen ohne zusätzliche Bekleidung den Innenraum äußerst wirkungsvoll strukturiert und die architektonischen Ansprüche eines Kirchenraumes an Ästhetik, Licht und Raumklima hervorragend erfüllt.

Neben dem Deutschen Holzbaupreis wurde das Projekt am 21. Mai auch mit dem Deutschen Architekturpreis ausgezeichnet. Der mit insgesamt 60.000€ dotierte Preis war für Bauwerke ausgeschrieben, die "für die Entwicklung des Bauens in unserer Zeit beispielhaft" sind. Holzbau, so zeigt die Wahl der Jury, ist mehr als nur konkurrenzfähig; eine Entscheidung für das Baumaterial Holz zeigt Weitsicht, ökologische Verantwortung und zukunftsorientierte Planung. Konsequenterweise geht die wichtigste staatliche Auszeichnung für Architektur damit 2015 an einen reinen Holzbau.

Altötting - Innovation im Holzbau

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Rund 155.000 Holzschindeln machen das Dach des Kultur- und Kongressforums Altötting zum Blickfang. Fotos: Stefan Müller-Naumann

Einen Preis erhält die Stadt Altötting für die Errichtung eines neuen Kultur- und Kongressforums im historischen Zentrum ihres Ortes. Architekt Florian Nagler überzeugt mit dem Entwurf eines stattlichen Hauses, dessen Erscheinungsbild ein weithin sichtbares Steildach aus Holzschindeln bestimmt. Darunter liegt ein großer Veranstaltungssaal von hoher gestalterischer Qualität, für den die Tragwerksplaner eine Konstruktion entwickelten, die das große Dach unter Verwendung möglichst weniger filigraner Holzstäbe trägt. Fachwerkähnlich ist das Tragwerk, anspruchsvoll und doch klar – „eine zeitgenössische Interpretation des klassischen Dachstuhls, wahrhaft preiswürdig“ befindet die Jury.

Philippsreut - Holzbau im Bestand

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"Unprätentiös" und "liebenswert": Der Umbau eines Bauernhauses in Philippsreut. Fotos: Florian Holzherr

Kein Preis, aber eine der fünf Anerkennungen wurde dem Umbau eines Bauernhauses in Philippsreut, Niederbayern (frank und probst Architekten München) ausgesprochen. Der Einsatz mit alter Bausubstanz überzeugte die Jury durch "markant herausgestellte Brüche mit der Substanz, Alt und Neu wirken als lebendige Einheit. Insgesamt ein liebenswertes Beispiel für die Klarheit von Details bei hoher Qualität, das man sich andernorts öfter wünscht."

Deutscher Holzbaupreis unterstützt aktiven Klimaschutz

Die Jurymitglieder Peter Aicher, Vorsitzender von Holzbau Deutschland, und Sabine Djahanschah von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, stellten bei der Preisverleihung die ökologischen Aspekte des Holzbaus heraus. "Bauen mit Holz heißt auch, einen spürbaren Beitrag zum Klimaschutz zu leisten", so Aicher.

 „

Der wertvolle Baustoff Holz nimmt eine Schlüsselrolle bei verstärkten Klimaschutzmaßnahmen ein. Der Holzbau verbindet aufgrund seines Baustoffes Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Ressourceneffizienz zu einem einzigartigen Dreiklang!

“ 
   Sabine Djahanschah von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, Vorsitzende der Jury

Auch Djahanschah sieht in dem Preis einen wichtigen Beitrag, den ökologischen Baustoff weiter nach vorn zu bringen: "Der wertvolle Baustoff Holz nimmt eine Schlüsselrolle bei verstärkten Klimaschutzmaßnahmen ein. Der Holzbau verbindet aufgrund seines Baustoffes Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Ressourceneffizienz zu einem einzigartigen Dreiklang!", so die Juryvorsitzende.

" Daher unterstützen wir den Deutschen Holzbaupreis, um auf innovative, architektonisch überzeugende Neubauten und Sanierungen sowie Produktentwicklungen im Bereich Holz aufmerksam zu machen. Mit den Preisträgern des Jahres 2015 wird das zukunftsfähige Potenzial des Holzbaus aufgezeigt und seine stetige Weiterentwicklung gewürdigt."

Gemeinschaftsprojekt Holzbaupreis

Der Deutsche Holzbaupreis 2015 wurde von Holzbau Deutschland in Zusammenabeit mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der Messe LIGNA 2015, den Niedersächsischen Landesforsten, dem Gesamtverband Deutscher Holzhandel, dem Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie, dem Deutschen Holzfertigbau-Verband, der Studiengemeinschaft Holzleimbau und dem Informationsverein Holz ausgelobt. Der BDB Bund Deutscher Baumeister, Architekten und Ingenieure e.V. und BauNetz Media GmbH unterstützen den Preis.

Preis mit Tradition

Den ersten Holzbaupreis hat der Bund Deutscher Zimmermeister im Jahr 1965 vergeben, damals „Architektenwettbewerb Wohnbauten mit Holz“ genannt. Seit 2003 wird der Preis dank Unterstützung durch die Deutsche Bundestiftung Umwelt alle zwei Jahre regelmäßig verliehen. Er genießt unter Baufachleuten hohes Ansehen und gilt heute als die wichtigste nationale Auszeichnung für Bauwerke aus Holz.

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